Tipps für Betroffene mit Zwangsstörung

Konfrontation, um Rituale zu verhindern

Um aus dem Teufelskreis der Zwänge auszubrechen, müssen die Reize, die die Zwangsrituale auslösen, immer wieder aufgesucht und ausgehalten werden. Das Ziel lautet: Sich den Reizen/Gedanken stellen (Konfrontationstherapie), ohne die Zwangsrituale auszuführen (Unterlassung der Rituale)!

Dazu müssen Sie ihr eigenes Verhalten analysieren, sich der gemiedenen Situation in der Vorstellung und in der Realität aussetzen, das Ritual verhindern sowie Denkmuster und Gefühlsbewältigung ändern:

  • Machen Sie sich klar, welcher Gedanke, welche Situation bei Ihnen eine Schlüsselstellung einnimmt (z. B. Ich will keine schmutzigen Hände bekommen). Falls es sich um mehrere handelt, erstellen Sie eine Rangliste nach dem Ausmaß der Belastung. Was möchten Sie mit dem Ritual verhindern?
  • Stellen Sie sich vor, wie Sie sich den bisher gemiedenen Situationen aussetzen (z. B. Ich wühle mit den Händen in der Erde). Halten Sie die aufkommende Angst und Unruhe aus, sie wird wieder abklingen. Führen Sie auf keinen Fall Ihre Zwangsrituale aus! Üben Sie mehrmals täglich über Tage und Wochen, bis Sie die Situation aushalten.
  • Konfrontieren Sie sich entweder schrittweise oder gleich vollständig mit der gefürchteten Situation in der Realität (z. B. Ich knete mit beiden Händen die matschige Erde, immer wieder, immer länger). Halten Sie die dabei aufkommenden Gefühle, Gedanken und Empfindungen aus. Sagen Sie sich immer wieder, dass Sie nicht die Verantwortung für ein Unglück haben (z. B. selbst wenn ich mit den Händen im Matsch wühle, werde ich trotzdem nicht infiziert, ich werde nicht krank).
  • Verzögern Sie wenigstens die Ausführung Ihres Rituals (z. B. nicht die Hände waschen, schmutzig lassen) bei der realen Konfrontation, beschränken Sie das Ritual auf eine bestimmte Zeit, auf eine bestimmte Anzahl pro Stunde oder Tag, bis Sie ganz darauf verzichten können.
  • Mit dem Aushalten der zwangauslösenden Reize muss sich auch Ihr Denkmuster ändern. Die von Ihnen gefürchtete Gefahr (z. B. sich im Dreck zu infizieren) ist sehr gering. Bewerten sie dieses Risiko neu und realistisch. Sagen Sie immer wieder zu sich selbst, dass das Befürchtete wohl kaum eintritt, sie auch in keiner Weise dafür verantwortlich sind.
  • Dazu müssen Sie lernen, mit Ihren Gefühlen wie Angst, Schuld, Wut, Hass usw. anders umzugehen, Sie dürfen bei diesen Gefühlen nicht in die stereotypen Handlungsweisen ausweichen.
Angst HEXAL - Zwangsstörungen
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