Was ist eine soziale Phobie?

Angst vor Aufmerksamkeit und Beurteilung

Bei einer sozialen Phobie fürchten die Betroffenen, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sich unpassend oder peinlich zu verhalten und deshalb möglicherweise kritisiert oder negativ beurteilt zu werden – es besteht eine Beurteilungsangst.

Diese äußerst sich in körperlichen Symptomen und Katastrophengedanken, die zu Vermeidungsverhalten führen. Die Sozialphobie zeichnet sich bereits in der Kindheit ab, manifestiert sich meist im Pubertätsalter und kann eine lebenslange Behinderung im persönlichen und beruflichen Bereich bedeuten.

Wie eine soziale Phobie entsteht, und wie belastend sie sein kann, können Sie anhand von folgendem Patientenbericht erfahren:

Herr E., inzwischen 35 Jahre und Single, erinnert sich daran, immer ein schüchterner Junge gewesen zu sein. Bereits als Kind hasste er es, im Mittelpunkt zu stehen. So sollte er am 70. Geburtstag seines Großvaters ein Lied singen, das er selbst gedichtet hatte, worauf er sehr stolz war. Als alle Gäste ihn jedoch umringten und erwartungsvoll anschauten, bekam er große Angst und keinen Ton mehr heraus. Er machte damals als 8-Jähriger in die Hose und lief in Panik davon.

Seine Mutter tröstete ihn zwar und sagte, das wäre nicht schlimm und könne jedem passieren, dennoch konnte er das Ereignis nicht überwinden. Jede Feier empfand er späterhin als Katastrophe, wollte Geburtstagsfeste anderer Kinder nicht besuchen. Auch in der Schule fürchtete er sich, wenn er direkt vom Lehrer angesprochen wurde und eine Antwort geben musste. Er begann dann zu stottern, hatte Herzklopfen und Harndrang, konnte die Antwort häufig nicht über die Lippen bringen, obwohl er sie wusste.

Dagegen schrieb er die Klausuren immer gut oder sehr gut. Nach dem Abitur begann er eine Lehre als Bankkaufmann. Da er am liebsten im Hintergrund arbeitet, spezialisierte er sich auf die Ausarbeitung neuer Anlagestrategien. Hierbei brauchte er keine Kunden zu beraten, ihnen nicht in die Augen zu blicken und mit ihnen zu diskutieren.

Gelegentlich jedoch muss er neue Konzepte seinem Vorgesetzten oder dem Anlageberaterteam präsentieren, was ihm schlaflose Nächte und Aufregung bereitet. Er hat stets das Gefühl, alle Augen wären auf ihn gerichtet, alle würden seine Angst bemerken, er würde stottern und die Zusammenhänge vergessen, sodass die anderen den Eindruck erhielten, er hätte keine Ahnung. Wenn die Angst zu stark ist, meldet er sich am betreffenden Tag krank.

Inzwischen hat er sich angewöhnt, sehr ausführliche schriftliche Ausarbeitungen vorzulegen, um möglichst eine persönliche Darstellung bei Vorgesetzten und im Team zu vermeiden. Herr E. hätte gerne eine Familie, aber bisher hat er es noch nicht einmal zu einer Freundin gebracht, obwohl er auch nette Arbeitskolleginnen hat. Jedes Mal, wenn er eine junge Frau ansprechen und in Kontakt treten will, überkommt ihn ein Fluchtreflex. Er hat große Furcht, sie könne seine Unsicherheit bemerken.

Angst HEXAL - Soziale Phobie
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