Was sind Panikattacken?

Falscher Alarm - Panikattacken

Bei einer Panikattacke kommt es ohne eine äußerliche Ursache zu einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion. Diese Angstanfälle treten quasi aus heiterem Himmel auf, häufig nach Phasen starker Belastungen.

Da die Angstanfälle von intensiven körperlichen Symptomen begleitet werden und erstmalig meist in Ruhe- und Entspannungsphasen auftreten, meinen die Betroffenen körperlich krank zu sein und suchen wiederholt Notaufnahmen auf.

Mit jeder Panikattacke verstärkt sich die Befürchtung, erneut einen Angstanfall zu erleiden, es entwickelt sich Angst vor der Angst. Diese kann so stark werden, dass die Örtlichkeiten des Auftretens (z. B. Einkaufszentrum) irrtümlicherweise als Auslöser interpretiert und infolgedessen gemieden werden.

Bild: Teufelskreis der Angst (modifiziert nach Roediger E.)
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So kann sich beispielsweise eine Panikattacke äußern:

Frau O. hatte wieder einmal eine anstrengende Woche. Jeden Tag hat sie bis Mitternacht gearbeitet, um den Jahresabschluss der Buchhaltung pünktlich fertig zu bekommen. Heute, am Samstag, möchte sie in aller Ruhe mit ihrem Freund einen Einkaufsbummel unternehmen und sich ein hübsches Kleid kaufen.

Sie besucht dafür ein Einkaufszentrum mit netten kleinen Modegeschäften. Sie fährt gerade mit der Rolltreppe in die 2. Etage, als ihr Herz zu rasen beginnt und Schweißperlen auf ihre Stirn treten. Sie hat außerdem das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen, so dass sie immer schneller atmet. Die Haut fühlt sich teils taub und teils kribbelig an, so als ob ihr Körper absterben würde. Die Arme und Beine fangen an zu zittern, ihr wird ganz schwindelig und sie glaubt, gleich in Ohnmacht zu fallen. Ihre Gedanken beginnen zu kreisen, eine plötzliche Todesangst überfällt sie. Hat sie einen Herzinfarkt, einen Gehirnschlag? Muss sie jetzt sterben? Sie fühlt sich, als wäre sie weit weg, als würde sie "neben sich stehen".

Sie möchte gerne davonlaufen und ins Freie, doch sie traut sich nicht, weil sie befürchtet, gleich zusammenzubrechen. Frau O. klammert sich an ihren Begleiter und signalisiert ihm, dass es ihr sehr schlecht geht und sie sofort einen Arzt braucht. Ihr Freund setzt sie auf eine nahe gelegene Sitzbank im Einkaufszentrum und verständigt den Notarzt. Als dieser eintrifft, geht es Frau O. bereits wieder besser. Im Krankenhaus wird Frau O. gründlich untersucht. Es ergab sich jedoch kein auffälliger organischer Befund. Frau O. wird mit der Diagnose Panikattacke entlassen, sie erhält die Empfehlung, ihren Hausarzt aufzusuchen und mit ihm alle weiteren Schritte abzusprechen.

Zwei Wochen später legt sie sich abends aufs Sofa, um in einem Buch zu lesen. Abrupt setzt erneut eine Panikattacke ein, wieder mit extremer Todesangst. Frau O. befürchtet, dass sie doch körperlich krank ist, die gestellte Diagnose nicht zutrifft. Eine Wohnungsnachbarin bringt sie daher auf ihren Wunsch in die Notambulanz, wo sie erneut untersucht wird. Die Diagnose lautet wiederum Panikattacke.

Danach kreisen die Gedanken von Frau O. um diese Erfahrungen. Sie befürchtet, wieder von einer Panikattacke überfallen zu werden. Frau O. entwickelt "Angst vor der Angst", die damit ihr ständiger Begleiter wird. Einige Wochen später hat sie eine weitere Panikattacke in einem Einkaufszentrum. Infolgedessen vermeidet sie nun Einkaufszentren generell, weil sie meint, der Aufenthalt dort würde eine Panikattacke auslösen.

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