Was ist eine Agoraphobie (Platzangst)?

Angst vor Orten und Situationen ohne Fluchtmöglichkeit

Die Agoraphobie oder Platzangst ist eine besonders komplexe und schwerwiegende Angst. Allerdings wird Platzangst umgangsprachlich für die Angst vor engen Räumen verwendet, die jedoch zu den isolierten Phobien zählt.

Bei einer Agoraphobie haben die Betroffenen eine starke und anhaltende Furcht vor verschiedenen Orten (z. B. Kino, Reisebüro) und Situationen (z. B. weite Plätze zu überqueren, alleine U-Bahn oder Zug fahren), wo im Fall von Unwohlsein, panikähnlichen Symptomen oder Panikattacken eine Flucht schwierig wäre und eine hilfreiche Person nicht unmittelbar zur Verfügung wäre.

Um dieser Furcht zu entgehen, werden solche Situationen und Orte gemieden. Dieses ausgeprägte Vermeidungsverhalten steigert jedoch die Angst. Es werden immer neue Strategien zur Vermeidung Angst machender Situationen erfunden. Dies hat weitreichende Folgen auf das gesamte Leben.

Eine Agoraphobie kann sich beispielsweise wie bei folgender Patientin äußern:

Frau U. hat heute ihren freien Tag. Sie möchte sich am Nachmittag im Kino einen Film ansehen. Sie hat sich, damit sie einen guten Blick hat in die Reihenmitte gesetzt, das Kino ist gut besucht. Der Film hat gerade begonnen, als sie ein komisches Gefühl bekommt: Es steigt aus der Magengegend ganz langsam den Hals hoch, so als führe sie sehr schnell mit einem Fahrstuhl nach oben. Sie verspürt eine große Übelkeit und meint, sich übergeben zu müssen. Eine Beklemmung macht sich breit, sie kann nicht mehr Schlucken, es fühlt sich an, als würde ihr jemand die Kehle zuhalten.

Daraufhin bekommt sie Angst, sie hat nur noch den Gedanken, möglichst schnell das Kino zu verlassen. Dazu muss sie jedoch die ganze Sitzreihe abgehen und sich an den anderen Kinobesuchern vorbeidrücken. Als sie es geschafft hat, setzt sie sich zunächst in den Vorraum. Obwohl es ihr bald besser geht, möchte sie nicht zurückgehen, sondern tritt den Heimweg an.

Zwei Wochen später steht Frau U. im Reisebüro, sie möchte im Sommer mit ihrem Partner Urlaub in Griechenland machen und eine entsprechende Buchung vornehmen. Da noch eine Kundin bedient wird, muss sie warten. Da überfällt sie das seltsame Gefühl schon wieder und sie verlässt schnell das Büro. Am nächsten Tag besucht sie zusammen mit ihrem Freund das Reisebüro, sie werden sofort bedient. Frau U. fühlt sich zwar auch unwohl, aber sie kann die Angst sich übergeben zu müssen, aushalten.

In den nächsten Monaten taucht die Angst, die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren, auch in der U-Bahn und im Zug auf. Frau U. ist nun ständig in Sorge, dass die unangenehmen Gefühle wieder auftauchen, dass ihr etwas Schlimmes zustößt und sie weder fliehen noch ihr jemand helfen kann. Sie traut sich nur noch in Begleitung ihres Freundes oder anderer vertrauter Personen ins Kino oder in öffentliche Verkehrsmittel. Sie leidet ständig unter der Erwartungsangst, das die Symptome wieder auftreten und ihr große Angst einflößen.
Angst HEXAL - Agoraphobie
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