Was ist Angst?

Qual ohne Ende – Angst als krankhafter Zustand

Übertriebene oder krankhafte Angst "beginnt im Kopf". Sie folgt aus Bewertungen von Objekten oder Situationen, die für sich allein zunächst nicht Angst auslösend sind. Menschen mit einer Angststörung schätzen Gefahrenpotenziale anders ein als Gesunde: Was eigentlich ungefährlich und risikoarm ist, wird als gefährlich und risikoreich eingestuft.

Aufgrund dieser Fehleinschätzung entstehen belastende Situationen, also Stress. Die Stresshormone Kortisol und Adrenalin werden ausgeschüttet, die den Körper wachrütteln. Wird dieser Stress nicht bewältigt, d. h. wird die hohe Konzentration der Stresshormone nicht durch körperliche Aktivität abgebaut, schaukelt sich die Angst immer mehr auf. Die Angst wird einengend, hemmend, "krankhaft" und entlädt sich z. B. in einer Panikattacke.

Merkmale der "übertriebenen/krankhaften" Angst:
  • Es besteht eine erhöhte Angstbereitschaft bei den betroffenen Menschen.
  • Körperliche Zustände, Situationen, Objekte werden fälschlicherweise als gefährlich eingeschätzt.
  • Alarm- und Bedrohungsstrukturen sind möglicherweise im Gehirn verändert.
  • Das Warnsignal "Angst" klingt nicht ab, die Erregung nimmt zu und läuft z. B. in einer Panikattacke aus.

Woher letztlich eine erhöhte Angstbereitschaft kommt, ist bis heute nicht geklärt. Wahrscheinlich tragen verschiedene Faktoren dazu bei wie z. B. Vererbung, familiäre, soziale und psychische Gegebenheiten. Von einer Angststörung sind oft mehrere Personen in einer Familie betroffen, so dass ein Vererbungsfaktor wahrscheinlich ist. Auch Stress durch Überforderung, Konflikte, Frustration, belastende Lebensereignisse, Kindheitserlebnisse, Modelllernen und Traumata werden als mögliche Ursachen diskutiert.

Mit Hilfe spezieller Untersuchungsmethoden konnte festgestellt werden, dass bei Angststörungen eine erhöhte Aktivität in der Schaltzentrale der Angst im Gehirn – dem so genannten Mandelkern – vorliegt. Veränderungen im zentralen Nervensystem sind daher bei dem Phänomen "krankhafte Angst" anzunehmen.

Angst kann jedoch auch anerzogen bzw. erlernt werden z. B. durch entsprechende Verhaltensweisen im Elternhaus. Was erlernt wurde, kann aber auch wieder verlernt, also vergessen werden. Auf diesem Prinzip basiert die Verhaltenstherapie bei Angststörungen. Sie nutzt die Lernfähigkeit des menschlichen Gehirns aus und erzielt damit beste Erfolge.

Angst HEXAL - Die Angst
Weitere Themen aus dem Bereich Neurologie und Psychiatrie
ADHS / ADS Demenz Depression Epilepsie Parkinson Schizophrenie

Meldung von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit unseren Arzneimitteln können Sie auf verschiedenen Wegen an uns melden:

Für die Meldung von Nebenwirkungen außerhalb der Geschäftszeiten erreichen Sie uns unter 02065 256 1665.

In medizinischen Notfällen bitten wir Patienten sich umgehend an einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst zu wenden.